Spotify und Soundcloud sind stark wachsende Märkte in der Musikindustrie und sie bieten jedem Zugriff auf mehr Musik als je zuvor. Damit stellt sich auch die Frage, können sie die alten Traditionen brechen und können mehr Newcomer erfolgreich werden?

Inhalte

  • Soundcloud
    • Wie funktioniert Soundcloud?
    • Wie kann Soundcloud kleinen Künstlern helfen?
    • Wie viel Geld kann man mit Soundcloud verdienen?
  • Spotify
    • Wie funktioniert Spotify?
    • Wie kann Spotify kleinen Künstlern helfen?
    • Wie kann man mit Spotify Geld verdienen?
  • Spotify gegen Soundcloud

Soundcloud

Soundcloud ist eine Plattform auf die Zuhörer und Musikproduzenten kostenlos nutzen können. Es wurde im August 2007 in Berlin gegründet und ist seither ein Markt für kleinere Musikproduzenten.

Das Logo von Soundcloud

Wie funktioniert Soundcloud?

An sich ist Soundcloud kostenfrei man kann jedoch durch einen kleinen preis im Monat mehr Features freischalten. Dabei unterscheidet es sich zwischen Creator und Zuhörer.

Als Zuhörer bekommt man eine breitere Auswahl an Musik, welche man hören kann, sowie die Möglichkeit auch offline Musik anzuhören. Außerdem wird mit dem Upgrade zu SoundCloud Go die Werbung entfernt.

Als Creator gibt es drei verschiedene Arten auf Soundcloud. Wenn man nicht bezahlt kann man seine ersten Songs hochladen und Fans gewinnen. Danach stehen einem zwei kostenpflichtige Möglichkeiten zur Auswahl. Der Pro Plan und der Pro Unlimited Plan. Der Pro Plan bietet weitere Features, eine breitere statistische Auswertung, mehr hochladbare Songs und eine Vielzahl an Möglichkeiten. Pro Unlimited bietet all diese Features plus noch mehr Features und unbegrenzte Anzahl an hochladbaren Songs.

Wie kann Soundcloud kleinen Künstlern helfen?

Da Soundcloud an sich kostenlos ist kann jeder Musik hochladen. Was am Anfang auf jeden Fall ein plus Punkt ist, da aller Anfang schwer ist. Außerdem kann man dort in Echtzeit seine Statistiken einsehen und es ist leicht gemacht seine Musik mit einem kostenpflichtigen Tool dort zu Mastern, was den Song auf ein neues Level hebt. Außerdem kann man durch die App überall Statistiken zu seinen Songs einsehen. Die Sender Funktion bietet einem kleinem Künstler die Möglichkeit entdeckt zu werden. Dabei werden Songs welche zu dem Profil eines Künstlers passen in eine Art Playlist getan und können dann angehört werden. Dabei ist es egal wie groß der Künstler ist es geht nur um den Song und ob er in diese Kategorie passt.

Die Interaktionsmöglichkeit ist auf Soundcloud viel höher, weil man direkt über Soundcloud dem Künstler eine Nachricht schicken kann und nicht über andere Social-Media-Kanäle. Jedoch können andere Social-Media-Kanäle direkt auf der Seite des Künstlers verlinkt werden.  Des Weiteren kann man Künstlern folgen, um in diese in seiner Bibliothek wieder zu finden.

Soundcloud kann vor allem mit seinen gratis Features punkten, da diese jedem die Veröffentlichung von Musik ermöglichen. Durch Sender können kleinere Künstler von einer breiteren Masse gefunden werden, wenn sie zu deren Hörprofil passen. Die Verlinkung zu anderen Social Media Accounts ist einfach. Des Weiteren kann man Songs reposten, wodurch man Freunden etc. viel schneller neue Songs empfehlen kann. Das Reposten ist direkt auf der Seite verfügbar und wenn Freunde die eigene Seite besuchen sehen sie, wenn man repostet hat. Des Weiteren gibt es ein Likesystem durch welches der Künstler merkt, wie ein Song performt und ob die Fans ihn mögen oder nicht. Außerdem können Songs auch kommentiert werden, diese Kommentare werden dann direkt bei dem Song angezeigt und zeigen die echten Reaktionen von Hörern.

Wie viel Geld kann man mit Soundcloud verdienen?

Zuerst muss man dafür wissen was man machen muss, um einen Account zu haben, welcher monetarisiert ist. Dafür gibt es vier Kriterien, welche sind, dass man einen Pro Account haben muss, sowie dass man keine Urheberrechtsverletzungen mit der Musik begeht. Außerdem muss man über 18 sein und mindestens 5000 Plays haben, um monetarisiert zu werden. Mag sich nicht so schwer anhören, jedoch 5000Plays können zunächst schwer werden. Des Weiteren können junge Künstler unter 18 mit ihrer Musik keinen Gewinn erzielen. Daher überlegen sich auch immer mehr Künstler Soundcloud Plays zu kaufen.

Nun sollte man noch wissen, wie das mit der Werbung funktioniert. Sobald der Account freigegeben wurde, wird wie bei einem Youtube Video davor Werbung abgespielt, wodurch man Geld bekommt.

Doch die Frage ist ob sich das lohnt? Wahrscheinlich eher nicht. Um Profit zu machen muss man mindestens 7€ pro Monat bekommen, da soviel das normale Pro Abo aussieht. Doch die sinkenden Nutzerzahlen von Soundcloud sprechen da etwas dagegen. Jedoch ist ohne eigene Erfahrungen schwer feststellbar wie viel Geld man verdienen kann. Soundcloud selbst beschreibt es mit zwischen 3 bis 2.000 Euro. Dabei wird sich der Großteil der monetarisierten Nutzer, jedoch im unteren Drittel befinden, da Soundcloud vor allem als Indie und Newcomer Plattform gilt.

Spotify

Spotify ist ein Audio Streaming Dienst, welcher 2006 in Stockholm gegründet wurde. Mittlerweile gibt es Spotify in mehr als 90 Ländern. Seit März 2012 ist es in Deutschland verfügbar. Spotify beherbergt über 60 Millionen Songs von großen Musiklabels und ca. 1,5 Millionen Podcasts. Spotify hat 299 Millionen Nutzer von denen etwa 138 Millionen zahlende Abonnenten sind. Damit ist es der größte Audio Streaming Subscription Service.

Das Logo von Spotify

Wie funktioniert Spotify?

Auch Spotify ist kostenlos, aber hier spürt man schneller die Auswirkungen davon. Manche Songs sind nicht verfügbar, dies beschränkt sich aber auf eine minimale Anzahl. Außerdem gibt es oft Werbung, gefühlt vor jedem dritten Song kommt eine 30-sekündige Werbung, aber man kann eine Werbung ansehen, um 30 Minuten ungestört hören zu können. Doch das wohl schlimmste ist Beschränktheit, wenn man Musik hört. Es kann nur eine bestimmte Anzahl von malen pro Stunde der Song übersprungen werden, man kann im Song nicht zurückspulen und man den Song vorher nicht auf Knopf druck nochmal anhören. Einer der nervigsten Punkte ist aber wahrscheinlich, dass man nicht genau den Song auswählen kann, welchen man hören will, sondern immer nur die Playlist und man dann auf den Song hoffen muss. Das sind alles Dinge, durch welche man ziemlich schnell mit dem Gedanken spielt, sich Premium zu holen. Wobei Spotify oft Angebote hat wodurch das Ganze billiger wird. Teilweise gibt es Angebote, wo man 3 Monate lang pro Monat 0,99€ bezahlt. Danach hat man dann meist keine Lust mehr zu normalem Zugang zurück zu gehen.

Als Zuhörer bezahlt man 9,99€ im Monat, um Premium zu haben und die ganzen dazugehörigen Features, wie keine Werbung mehr, unendlich viele Songs hintereinander überspringen, im Song rumspringen, genau den einen Song auswählen, welchen man hören möchte und die Spotify Statistiken am Ende des Jahres. In diesen Statistiken wird aufgelistet, wie viel man gehört hat, wann, welcher der meistgehörte Künstler ist und viele andere Sachen. Außerdem wir eine Playlist aus den am meisten gespielten Songs erstellt und einem zur Verfügung gegeben.

Als Creator ist es da schon etwas schwieriger. Es gibt keinen Service direkt von Spotify man muss über Drittanbieter zu Spotify. Dabei gibt es viele Anbieter, welche diesen Service ermöglichen. Jeder dieser Anbieter hat verschiedene Vor- und Nachteile. Meistens muss man einen gewissen Jahresbeitrag bezahlen und dann für einen Song nochmal was. Für ein Album kann das schon mal teuer werden. Jedoch muss man auch schauen, ob die Anbieter Prozente an dem Song bekommen oder sogar Recht an dem Song. Teilweise vertreiben die Anbieter den Song dann auch noch direkt auf Amazon. Im Durchschnitt bezahlt man 1 bis 3 Euro pro Song und zusätzlich einen Jahresbeitrag, welcher zwischen 20 und 30 Euro liegt.

Wie kann Spotify kleinen Künstlern helfen?

Spotify hat genauso wie Soundcloud Statistiken. Die Streams der Songs werden jeden Tag aktualisiert, wenn ein Song neu erschienen ist wird in den ersten sieben Tagen die Zahl aller 2 Sekunden aktualisiert. Dadurch merkt man direkt, ob der Song gut läuft. Als ein Stream zählt es sobald der Song über 30 Sekunden lang ist und mindestens 30 Sekunden abgespielt werden. Offline Streams werden gezählt, wenn der User wieder Online gewesen ist. Spotify bestraft auch nicht, ob man es erst als Single releast und dann noch in einem Album. Die Streams werden zusammengezählt und man verliert somit keinen Hype um einen Song.

Außerdem hat Spotify jeden Freitag eine New Release Playlist. In dieser werden alle neu herausgebrachten Songs gezeigt, welche einen kleinen Hype haben und Spotify denkt, dass sie gut dort reinpassen. Generell hat Spotify eine riesige Auswahl an Playlists. Jeder User hat mehrere Playlists, in welchen zu seiner zuletzt gehörten Musik passende Musik gespielt wird. Es gibt auch Radios zu bestimmten Künstlern, manchmal ist dort nur ein Künstler manchmal gibt es aber auch ähnliche Künstler. Außerdem gibt es auch bei jeder vom User erstellten Playlist einen Bereich, wo ähnliche Titel vorgeschlagen werden.

Doch es gibt auch ein Like Feature, jedoch ist dies nicht sonderlich auschlaggebend, da dieses nur die Playlist erstellt, welche Song beinhaltet, welche man mag. Diese Playlist beinhaltet jeden Song, den man geliket hat. Außerdem kann man Künstlern folgen, um öfter deren neue Songs zu sehen und Ihnen zu helfen populär zu werden. Des Weiteren kann man Freunden folgen und deren Playlists, wodurch man schnell eine Empfehlung an Freunde aussprechen kann, da einem am PC angezeigt wird, wann ein neuer Song hinzugefügt wurde.

Eine der besten Features ist jedoch, das auf der Künstler Seite bald anstehende Konzerte in der Nähe angezeigt werden. Von dort kann man dann direkt zur Buchungsseite für die Konzerte kommen und somit direkt seine Lieblingskünstler in Real Life unterstützen.

Statistiken über Spotify von Statista

Wie kann man mit Spotify Geld verdienen?

Bei Spotify muss man über eine Drittanbieter seine Musik dort anbieten. Da kann man Prozente verlieren, je nachdem welchen Anbieter man gewählt hat. Man bekommt pro 1.000 Streams etwa 4 US-Dollar. Was einem auf 0,004 Cent pro Stream, weshalb Spotify eines der am wenigsten zahlenden Plattformen ist.

Andere Plattformen wie Napster, Apple Music und Amazon Music zahlen da deutlich mehr. Napster bezahlt für 1.000 Streams 17 USD, was für junge und aufstrebende Künstler sehr gut ist. Napster zahlt somit viermal mehr als Spotify. Apple Music und Amazon Music zahlen fast doppelt so viel wie Spotify. Jedoch ist Spotify einer der beliebtesten, wenn nicht sogar der beliebteste Audio Streaming Anbieter.

Eine größere Band in Amerika gab im Jahr 2018 bekannt, das sie für ihre etwa 1 Millionen Streams etwa 5.000 Dollar bekommen haben. Spotify ist eher eine Nebeneinkunft und kann nicht die einzige Einkunftsquelle sein. Größere Labels etc. benutzen Spotify als passive Einkommensquelle.

Spotify gegen Soundcloud

Der Start von sehr kleinen Künstlern ist sehr viel leichter auf Soundcloud, da dort keine Gebühr fällig wird für die ersten Songs. Spotify ist eher eine Plattform für etablierte Künstler und eine Nebensache. Falls man nur versucht auf Spotify erfolgreich zu werden ist das schwieriger als auf Soundcloud, da dort die Einstiegsgebühren höher sind.

Soundcloud hat jedoch weniger Nutzerzahlen und hat somit eine kleinere Zuhörerschaft. Spotify und Soundcloud sind zwei ziemlich verschiedene Plattformen, wobei Soundcloud für den Start ganz unten sind. Für Spotify braucht man schon eine gewisse Fanbase, damit es sich lohnt die Gebühr zu zahlen, um dort Musik hochladen zu können. Jedoch ist es auf Soundcloud schwerer monetarisiert zu werden. 5.000 Streams im Monat ist eine gute Nummer, für diese muss man fast monatlich neue Musik herausbringen muss.

Vertreten durch die IT-Recht Kanzlei